Die Sonne sitzt – Sonderausstellung im Museum
Paula Müller: Die Sonne sitzt
Eine Ausstellung mit Werken, die während eines Stipendienaufenthalts in Schloss Wiepersdorf 2025 entstanden sind.
Die Werke geben einen ungewöhnlichen Einblick in Paula Müllers Erforschung der Landschaftsmalerei. Zitate aus der Ästhetik der Romantik werden entlehnt und zu neuen und doch bekannt scheinenden Narrativen zusammengesetzt.
Paula Müller ging bei ihrer Arbeit von Prinzipien der Landschaftsdarstellung in der Romantik aus. Sie setzte sich mit der Frage auseinander, wie sich ausgehend von den Gesetzmäßigkeiten dokumentarischer Landschaftszeichnung der Weg zu einer Dar-stellungsweise entwickeln lässt, die in der Romantik zu besonderer Geltung kam. Realitätsnahe Darstellungen mit Gemütslagen aufzuladen erfordert eine bewusste Bild-komposition – etwa durch den gezielten Einsatz von Farben und Details sowie durch atmosphärische Effekte, die Stimmung und Wahrnehmung beeinflussen.
Harmonie und die bewusste Setzung von Bildelementen führen den Blick des Betrachters durch die Landschaft: Diese Bildordnung zeigt sich in Ansätzen bereits in den dokumentarischen Landschaftsdarstellungen von Alexander von Humboldt. Sein ganzheitliches Naturverständnis prägte zudem die Vorstellung einer engen Verbindung von Mensch und Natur, die für das Naturverständnis der Romantik prägend wurde.
Als Ausgangspunkt wählte Paula Müller das Werk Alexander von Humboldts (Vues des Cordillères et Monuments des Peuples Indigènes de L'Amérique). Sie reproduzierte einige der Bilder, ließ dabei aber die Menschen weg und erweiterte die Gesamt-komposition durch eine emotionale Färbung. Im Ergebnis werden Betrachtende von den Bildern sonderbar berührt und haben das Gefühl: „Das habe ich irgendwo schon einmal gesehen.“ Dabei setzt Paula Müller Bildelemente ein, die kühn über Humboldts Bilder hinausgehen, die jedoch bei den Romantikern eine Rolle spielten, etwa Nebelfelder, welche Raumwirkung und gleichzeitig narrative Offenheit in ein Bild bringen. Während dieser Arbeit entstanden zahlreiche weitere großformatige Landschaftsbilder, die als Zitate romantischer Werke lesbar sind. Die kleinformatigen Bilder dienen dazu, die Prozesse auf den großen Leinwandbildern zu verhandeln und zu diskutieren.
Das Museum und die Ausstellung sind in den Sommermonaten sonntags von 13:00 bis 17:00 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei.



